Wenn die Sonne scheint, hat der Mond Langeweile.

aus Frankreich

Wenn die Sonne scheint, hat der Mond Langeweile. Er lehnt sich zurück, schaut dem grellen Schauspiel zu und zählt die Stunden bis zur Nacht. Keine geheimen Ecken, keine gedämpften Lichter — nur helles Tagwerk, das ihm die Bühne klaut. Er spielt mit den Gezeiten in seinen Gedanken, lächelt müde über alte Geschichten und wartet auf den Moment, in dem die Stadt wieder flüstert. Bis dahin trägt er Gelassenheit und bleibt cool.

Nicht wirklich: Der Mond ist immer da und reflektiert Sonnenlicht, aber der helle Tageshimmel überstrahlt ihn oft, sodass wir ihn kaum wahrnehmen. In der Neumondphase steht er nahe der Sonne und ist praktisch unsichtbar; in Halb- und Dreiviertelphasen sieht man ihn dagegen häufig auch am Tag. Seine Umlaufbahn lässt ihn mal nachts, mal tagsüber am Himmel erscheinen, je nach Stellung zur Sonne. Die vermeintliche Langeweile ist also nur ein Eindruck — der Mond bleibt aktiv, auch wenn wir ihn bei Sonnenschein oft übersehen. (ki-generiert)